Passe ich zu euch?

Es ist praktisch die größte Hürde, das erste Mal vorbei zu kommen. Fast jeder fühlt sich dabei etwas unwohl.

Wer sitzt da? Was erwartet einen?
Etwa eine eingefleischte Gruppe, in der sich die Mitglieder schon lange kennen und man ist Außenseiter?
Oder man ist jung und stößt nur auf „alte Säcke“, eine Stimmung die so gar nicht passt. Und Themen, die langweiliger nicht sein könnten. Man fühlt sich deplatziert?
Aber auch im gehobeneren Alter gibt es ausreichend Potential, Hemmungen vor dem Erstbesuch aufzubauen. Vielleicht kommt man sich blöd vor – schämt sich – selbst mit 50 oder 60 Jahren noch so unsicher zu sein. Vielleicht ist der Text im Internet nicht mehr so aktuell und da sitzen nur noch junge, dynamische Redner, die ihr Rede vor 500 Menschen proben?
Frauen könnten auf eine reine Männergruppe stoßen, und auch der umgekehrte Fall ist denkbar.

Was all das gemeinsam hat, ist: Unser Gehirn ist verdammt kreativ, sich Ausreden einfallen zu lassen. Uns von genau den Dingen abzuhalten, die für uns von Vorteil sind und uns voran bringen.

Die Gegenfrage an’s ängstliche Unterbewusstsein lautet daher:

Was kann schlimmstenfalls passieren?

Außer vergeudeter Zeit und vielleicht einer unnötig gekauften Busfahrkarte muss man schon viel Phantasie entwickeln, um plausible Gründe zu finden, warum man eigentlich nicht vorbeischauen sollte. Denn die Tatsache, dass man auf dieser Seite gelandet ist, spricht schon für sich. Kurz vorm Ziel die Segel streichen?

Nun aber, wer ist denn nun da? Was erwartet mich?

Ganz simpel: Wir wissen es nie genau. Wir sind eine offene Gruppe und die meisten Teilnehmer entscheiden sich spontan, vorbei zu kommen – ohne sich anzumelden. Es waren bisher zwischen drei bis 12 Personen pro Treffen anwesend. Das Mittel liegt bei 6 bis 8.

Wir haben Teilnehmer, die schon seit Jahren kommen, aber nur ganz sporadisch vorbeischauen. Wir haben aber auch Dauergäste, die keinen Termin auslassen und gerne sogar wöchentlich vorstellig wären.

Ebenfalls hatten wir schon „Kandidaten“, die nach zweimaliger Teilnahme „geheilt“ waren. D.h. die vorher von Panikattaken, schlaflosen Nächten, etc. geplagt waren, weil sie etwas vorstellen/vortragen sollten und nach zweimaliger Anwesenheit bei uns feststellten, dass sie es einfach „drauf haben“.

Unsere Gruppe ist bunt gemischt, auch altersmäßig. Wir haben gelegentlich Teilnehmer unter 20 Jahren, ebenso wie Ü60. Das Mittel dürfte bei 35-40 liegen. Auch die geschlechtliche Besetzung hat sich seit 2017 positiv verändert – wir hatten gelegentlich schon „Frauenüberschuss“.

Jedes Treffen ist somit individuell. Es lässt sich nicht voraussagen, wer wann kommt, da die Teilnahme völlig frei und auch ohne Anmeldung möglich ist. Ich kriege jedoch regelmäßig die Rückmeldung, dass es sehr nett bei uns ist.

Gerade für jüngere, zurückhaltende Menschen bietet die Gruppe die Chance, diesbezüglich positiven Einfluss auf die persönliche Entwicklung nehmen. Vor allem die älteren Teilnehmer können bestätigen, dass ihr eigenes Leben sicherlich einen glücklicheren und/oder erfolgreicheren Verlauf genommen hätte, hätten sie die Möglichkeit einer Übungsgruppe/eines Mentorings gehabt.
Und trotz dem, kann man jeden Tag neu beginnen und auch in gehobenerem Alter noch an sich arbeiten, um mehr Lebensfreude durch gelungene Kommunikation und gesellschaftliche Teilhabe zu empfinden.

Schau rein – probier’s aus!